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18.06.2021

| 26/2021

Weitere 130 Hektar ehemalige Militärflächen in eine zivile Nutzung überführt

Konversionssommer 2021 in Falkenberg-Lönnewitz eröffnet – Reihe bietet wieder Veranstaltungen bis in Oktober hinein

Falkenberg-Lönnewitz/ Potsdam – Im Jahr 2020 hat das Land Brandenburg 20 weitere Flächen einer dauerhaften zivilen Nutzung zugeführt, die einst von der ehemaligen Westgruppe der sowjetischen Truppen (WGT) genutzt wurden. Die ehemaligen Militärareale mit einer Gesamtfläche von rund 130 Hektar gingen an Kommunen, den Landesbetrieb Forst und Gewerbetreibende. Diese neuen Zahlen hat heute die für die Landesliegenschaften zuständige Finanzministerin des Landes Brandenburg Katrin Lange zur Eröffnung des Konversionssommers 2021 vorgestellt. Dessen Auftaktveranstaltung bereitete das „Forum für Konversion und Stadtentwicklung“ im Land Brandenburg gemeinsam mit der Brandenburgischen Boden Gesellschaft (BBG) vor, die für das Land die ehemaligen WGT-Flächen vermarktet.

Wie in den Vorjahren bietet die seit 1998 jährlich stattfindende Reihe des Konversionssommers bis zum Oktober dieses Jahres wieder Veranstaltungen zum Thema der Umwandlung ehemaliger Militärareale in zivil genutzte Flächen. Während die Eröffnung der Reihe heute vor der Werfthalle in Falkenberg-Lönnewitz (Elbe-Elster) als virtuelle Veranstaltung stattfand, sind viele der folgenden Veranstaltungen auch wieder als Präsenztermine vor Ort geplant. So stehen etwa Führungen durch die ehemalige Kaserne in Krampnitz im Potsdamer Norden genauso auf dem Programm wie Führungen auf den freigegebenen Wegen des früheren „Bombodroms“ in der Kyritz-Ruppiner Heide.

Während es zunächst in den 1990er Jahren eine gute Nachfrage nach den Konversionsflächen gab, wurde es in den Folgejahren natürlich schwieriger, für jahrzehntelang militärisch geprägte Orten eine neue, zivile Nutzung zu finden. Es sind keine Filetstücke mehr, die noch auf eine neue Bestimmung warten. Oft sind es Flächen, die wegen ihrer hohen Belastung mit Munition und Schadstoffen besonders problematisch sind. Insofern ist es ohne Frage ein Erfolg, dass wir im vergangenen Jahr 130 weitere Hektar einer zivilen Nutzung zugeführt haben“, betonte Finanzministerin Lange in ihrem Grußwort zum Auftakt des Konversionssommers. Wichtiger als der Erlös für das Land aus den 20 Flächen sei, dass „diese saniert werden, auf ihnen Schulen entstehen, dort Gewerbe angesiedelt wird oder sie anders sinnvoll zivil genutzt werden“, sagte Lange.

Zwei der 20 Flächen übertrug das Land im vergangenen Jahr unentgeltlich an Kommunen, weil diese dort Schulen errichten wollen. So wird der Landkreis Ostprignitz-Ruppin eine Teilfläche der ehemaligen Panzerkaserne Neuruppin für die Errichtung einer Schule mit sonderpädagogischem Schwerpunkt nutzen. Ferner will die Stadt Oranienburg eine ehemalige WGT-Fläche in die Errichtung einer neuen Grundschule mit Sporthalle sowie Sport- und Außenspielanlagen einbeziehen.

Beim Großteil der ehemaligen WGT-Flächen, die im vergangenen Jahr einer zivilen Nutzung zugeführt wurden, handelt es sich um Forstflächen: 87 der 130 Hektar sind 2020 an den Landesbetrieb Forst Brandenburg abgegeben worden.

Gleich mehrere Verkäufe von einstigen WGT-Flächen gab es 2020 auf dem ehemaligen Flugplatz Neuruppin. Hier konnten sechs Teilflächen, davon vier ehemalige Hangars, an Gewerbetreibende veräußert werden. Zu den Käufern gehören unter anderem ein Eventveranstalter, ein Pferdezuchtbetrieb und Handwerksbetriebe.

Im Land Brandenburg liegen mit rund 235.000 Hektar so viele ehemals militärisch genutzte Flächen wie in keinem anderen Bundesland. Von diesem Bestand hat das Land seit 1994 rund 100.000 Hektar der einst durch die ehemalige Westgruppe der sowjetischen Truppen genutzten Liegenschaften übernommen. Ihre Umwandlung in den Folgejahren in zivil genutzte Flächen hat sich vielerorts zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt: Wo einst die sowjetischen Truppen stationiert waren, entstanden Wohnungen, Naturschutzgebiete, Gewerbeparks oder Areale zur Erzeugung erneuerbarer Energie.

Von den Flächen sind bis Ende 2020 über 90.000 Hektar erfolgreich einer zivilen Nutzung zugeführt worden. Dabei konnten Investitionsverpflichtungen in Höhe von über 1,1 Milliarden Euro vereinbart werden, von denen bis Ende 2020 rund 950 Millionen Euro erfüllt worden sind.

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Hintergrund:

Konversionssommer 2021

Die von FOKUS, dem „Forum für Konversion und Stadtentwicklung", organisierte Veranstaltungsreihe Konversionssommer hat sich mit ihren zahlreichen Podiumsdiskussionen, Fachvorträgen, Workshops, Ausstellungen und Exkursionen als Impuls gebende Kommunikationsplattform profiliert. FOKUS ist ein kommunales Netzwerk und wurde 1997 gegründet. Zum FOKUS gehören die brandenburgischen Städte und Gemeinden Bad Saarow, Stadt Bernau bei Berlin, Gemeinde Dallgow-Döberitz, Stadt Falkenberg/Elster, Stadt Fürstenberg/Havel, Stadt Fürstenwalde/Spree, Stadt Jüterbog, Gemeinde Am Mellensee, Stadt Mühlberg/Elbe, Gemeinde Niedergörsdorf, Fontanestadt Neuruppin, Gemeinde Nuthe-Urstromtal, Stadt Prenzlau, Gemeinde Rangsdorf, Stadt Rathenow, Stadt Strausberg, Stadt Wittstock/Dosse, Stadt Zehdenick sowie die Stadt Zossen. Auch die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und die Entwicklungsgesellschaft Wünsdorf/Zehrensdorf mbH (EWZ) sind Teil des Netzwerks. In die regelmäßigen Beratungen sind auch Vertreter der Fachministerien, insbesondere das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie (MWAE), die Brandenburgische Boden (BBG), das Kompetenz-Zentrum für Konversion und Kampfmittelräumung (KOMZET e.V.), die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) einbezogen. FOKUS wird unterstützt durch die Arbeitsgemeinschaft für Konversion und Strukturentwicklung ARGE KONVER.

Das komplette Grußwort der Ministerin der Finanzen und für Europa Katrin Lange zum Auftakt des Konversionssommers 2021 ist auf der Internetseite von FOKUS veröffentlicht: https://www.fokus-net.de/.

 

 

Ident-Nr
26/2021
Datum
18.06.2021
Verantwortlich
Ingo Decker , pressestelle@­mdfe.brandenburg.de
Downloads
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Datum
18.06.2021
Verantwortlich
Ingo Decker , pressestelle@­mdfe.brandenburg.de
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