07.12.2022

| 66/2022

Hilfstransport bringt dringend benötigte Medizinprodukte in die Ukraine

Staatskanzlei, Europaministerium und Gesundheitsministerium unterstützen Projekt des Freundes- und Förderkreises Klinikum Ernst von Bergmann e.V. mit 60.000 Euro aus Lottomitteln

Ein vom Freundes- und Förderkreis des Potsdamer Klinikums „Ernst von Bergmann“ organisierter Transport mit dringend benötigten medizinischen Hilfsmitteln ist in der Ukraine angekommen. Die Fracht, darunter Medikamente für Frühgeborene, Kinder und Verwundete, Verbandsstoffe sowie Überwachungs- und Diagnosegeräte, wurde an mehrere Kinderkrankenhäuser in vom Krieg betroffenen Gebieten bis Dienstagabend (06.12.) verteilt. Unterstützt wurde die Anschaffung der Hilfsgüter mit insgesamt 60.000 Euro aus Lottomitteln, die zu je einem Drittel von der Staatskanzlei, dem Europaministerium und dem Gesundheitsministerium zur Verfügung gestellt wurden. Der Transport startete am vergangenen Freitag (02.12.) aus Potsdam.

Ministerpräsident Dietmar Woidke: „Brandenburg steht an der Seite der Ukraine. Die Solidarität der Bevölkerung, von Zivilgesellschaft und Hilfsorganisationen in unserem Land ist ungebrochen groß. Wir dürfen und werden nicht vergessen, dass nur wenige hundert Kilometer von hier ein schrecklicher Krieg tobt. Medizinische Ausrüstung wird dort derzeit besonders benötigt. Ich bin dem großartigen Engagement des Potsdamer Klinikums mit seinem Freundes- und Förderkreis sehr dankbar und unterstütze es sehr gerne.“

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher: „Wir sehen jeden Tag die schlimmen Bilder aus der Ukraine. Putins Angriffskrieg trifft besonders die ukrainische Zivilbevölkerung hart. Er hat millionenfaches Leid über die Ukrainerinnen und Ukrainer gebracht. Da die russische Armee nun, mit Beginn der kalten Jahreszeit, die Infrastruktur, die Strom- und Wärmeversorgung massiv zerstört, werden Spenden für die Ukraine immer wichtiger. Ich danke allen Beteiligten der Hilfstransporte für ihr großes Engagement.“

Europaministerin Katrin Lange: „Russlands Angriffskrieg führt in der Ukraine zu unermesslichem menschlichen Leid und zu massiven Zerstörungen. Wie leider so oft in Kriegen, sind davon verstärkt die betroffen, die besonders wehrlos und schutzbedürftig sind. Ich bin daher sehr dankbar dafür, dass der Freundes- und Förderkreis des Potsdamer Bergmann-Klinikums zum wiederholten Male Kinderkliniken in der Ukraine unterstützt, die seit Kriegsbeginn unter schwierigsten Bedingungen besonders den Schwächsten helfen. Bedingungen, die in diesen Tagen mit häufigen Stromausfällen infolge der russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur alles andere als einfacher werden. Diese Hilfe durch den Freundes- und Förderkreis des Potsdamer Bergmann-Klinikums ist ein wirksames Zeichen tätiger Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und darum besonders unterstützenswert.“

Der aktuelle Hilfstransport in die Ukraine ist bereits der siebente, der vom Freundes- und Förderkreis Klinikum Ernst von Bergmann e.V. mit dem Klinikum EvB und dem Klinikum Westbrandenburg Standort Potsdam seit Beginn des Kriegs organisiert wurde.

Prof. Dr. med. Thomas Erler, Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendklinik Westbrandenburg und einer der Initiatoren der Hilfslieferungen: „Die Lage für Frühgeborene und kranke Kinder hat sich durch den andauernden Krieg in der Ukraine weiter verschlechtert. Mehr denn je sind die Kinderkliniken vor Ort auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen. Durch zahlreiche Flüchtlinge aus der Ostukraine ist in der Westukraine die Frühgeborenenrate extrem angestiegen. Die Kapazitätsgrenzen sind teils hoffnungslos überschritten, daher müssen weiterhin in Kellern Behandlungsräume eingerichtet werden, in denen Patientinnen und Patienten versorgt werden können. Dank der Lottomittel des Landes Brandenburg konnten dringend benötigte Medikamente in drei ukrainische Kinderkliniken gebracht werden. Die Hilfslieferung umfasst eine erhebliche Menge von Arzneimitteln gegen Infektionskrankheiten, Antibiotika sowie Medikamente der Neonatologie, speziell Vitaminpräparate und Mittel zur Lungenreifung.“

Prof. Dr. med. Markus Jungehülsing, Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises und HNO-Chefarzt des Klinikums Ernst von Bergmann, fügt hinzu: „Durch die Lottomittel und die vielen anderen Spenden an den Freundeskreis des Klinikum Ernst von Bergmann ist es uns möglich, sehr preiswert beschafftes humanitäres Material dorthin zu liefern, wo es bitter notwendig und dringend gebraucht wird“.

Das Klinikum Ernst von Bergmann unterhält seit 2015 enge Verbindungen in die Ukraine, z.B. über das Lviver Pflege-Kolleg, die Staatliche Medizinische Universität Kiew sowie das Staatliche Landeskrankenhaus für Kinder- und Jugendliche „Ochmadit“ in Kiew.