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29.06.2021

| 30/2021

Finanzministerium fördert Wiederbeschaffung der Glocken für Schwedter Kirche mit Lottomitteln

Finanzministerin Katrin Lange übergibt symbolischen Scheck

Schwedt/Oder – Die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt fällt auf im Schwedter Stadtbild. Und das aus zwei Gründen: Während zum einen am Ende des Zweiten Weltkrieges fast 85 Prozent der Gebäude Schwedts zerstört wurden, überstand das neugotische Gotteshaus den Krieg zwar schwer beschädigt, aber sie konnte wiederhergerichtet werden. Zum anderen überragt der 56 Meter hohe Turm mit seinem spitzen Dachreiter viele andere Gebäude in der heute von Nachkriegsbauten geprägten Oderstadt. Nicht auffällig ist die Kirche dagegen akustisch. Denn anders als die meisten Gotteshäuser verfügt die Pfarrkirche seit mehr als 100 Jahren nicht über Glocken, trotz Glockenturm. Der Grund: Am Ende des anderen, des Ersten Weltkrieges wurden diese 1917 für Kriegsgerät eingeschmolzen.

Damit man die Kirche Mariä Himmelfahrt in Schwedt künftig nicht nur weithin sehen, sondern auch hören kann, hat die katholische Pfarrgemeinde seit Jahren intensiv Spenden für ein neues Glockengeläut gesammelt. Heute überreichte Brandenburgs Finanzministerin Katrin Lange der Pfarrgemeinde einen symbolischen Lottomittelscheck über 24.000 Euro für das neue Glockengeläut in Schwedt.

Die katholische Kirche in Schwedt ist damit bald nicht mehr nur sichtbar, sondern auch hörbar. Das ist ein lang verfolgter Wunsch vieler Menschen in der Pfarrgemeinde und in der Stadt. Über 100 Jahre musste auf diesen Teil der regionalen Identität verzichtet werden“, hob die Ministerin beim Besuch der Kirche hervor und sagte an die Mitglieder der Pfarrgemeinde gerichtet. „Sie versuchen damit eine Wunde des Ersten Weltkrieges zu schließen und ich bin mir ebenso sicher, dass die neuen Glocken zu einem Zeichen des Friedens und der Versöhnung in der Stadt Schwedt werden.

Insgesamt kostet die Wiederbeschaffung des Glockengeläutes fast 179.000 Euro. Kosten verursacht nicht nur das Gießen der drei Glocken, sondern diese müssen auch in den Glockenturm eingebaut werden. Neben dem Finanzministerium mit seinen Lottomitteln unterstützen auch das Erzbistum Berlin (60.220 Euro), die Stadt Schwedt (20.000 Euro) und eine Stiftung das Vorhaben. Hinzu kommen zahlreiche Spenden, die die Pfarrgemeinde seit Jahren sammelt.